Varroa und Viren
Das Ziel der Versuche „ Überleben ohne Varroabehandlung“ ist es, Bedingungen zu finden, welche das gemeinsame Überleben von Bienenvolk und Varroamilbe erleichtert. Dabei ist es wichtig, Einblicke in die Wechselwirkungen unter den Hauptprotagonisten im Überlebensgeschehen des Bienenvolkes zu gewinnen.

Im Bericht Überlebensforschung stand die Beziehung von Varroa und Bienenvolk im Mittelpunkt, hier geht es um den Zusammenhang von Varroa und Viren. Wie stehen Varroen und Viren zueinander? Sind sie so eng miteinander verknüpft, wie wir annehmen?
Die Resultate in diesem Forschungsbericht über Viren sind Teil des Versuches „Überleben ohne Varroabehandlung“. In einer Feldstudie mit 11 einzeln stehenden Bienenvölkern wurden 7 Versuchsvölker nicht gegen die Varroamilbe behandelt, 4 Kontrollvölker wurden normal behandelt. Wöchentlich wurde der natürliche Varroatotenfall ausgezählt und im Abstand von drei Wochen die Flächen von Bienen und Brut geschätzt. Dabei sind verschiedene Proben entnommen worden. In diesem Bericht steht die Auswertung der Virenanalyse von Bienenproben über 3 Jahre und von einzelnen Varroaproben.
Von den beiden untersuchten Viren ABPV und DWV ist nur das DWV häufig aufgetreten. Das DWV ist nach den vorliegenden Resultaten eng mit dem Auftreten der Varroamilbe verknüpft. Bei den Versuchsvölkern zeigen sich signifikante Korrelationen. Die Kontrollvölker weisen nur in einem der drei Jahre einen deutlichen Virenbefall auf, auch da tritt eine signifikante Korrelation zum Varoatotenfall auf. Ebenfalls signifikant ist die Korrelation bei den Bienenvölkern, welche den folgenden Herbst oder Winter nicht überleben, den sogenannten Verlustvölkern.
Die Korrelation gilt nicht nur bei zunehmendem Varroatotenfall. Auch die vier auftretenden Phasen eines rückläufigen natürlichen Varroatotenfalles bringen unmittelbar eine Verminderung der Virenbelastung (nur zum Teil signifikant).
Bei Versuchsvölkern, welche ein oder mehrere Jahre überleben, den Überlebensvölkern, treten keine Korrelationen auf. Bei folgenden zwei Situationen fehlt der Zusammenhang zwischen Varroatotenfall und Virenbelastung:
a) Im Jahr des Überlebens in der Zeit des kompletten Abschwärmens.
b) im Jahr darauf bei der Ausnahmesituation von denselben Völkern. Trotz viel Varroatotenfall ist die Vermehrung der DWViren bis in den Herbst hinein blockiert.
Die Analysen von Viren in Varroen und Bienen bei dem einzigen Versuchsvolk, welches die Versuchdauer überlebte, weisen darauf hin, dass die Viren zuerst in den Varroen zu finden sind und erst danach in den Bienen.
Bei den Winterbienen steht eine Zunahme der Virenbelastung immer im Zusammenhang mit einer erhöhten Varroabelastung. Die Auswinterungsstärke des Bienenvolkes nimmt ab, sowohl durch eine spätsommerliche Virenbelastung (Kontrollvölker), wie auch durch eine anhaltende Varroabelastung mit Virenzunahme über den Winter (Versuchsvölker).
Das entstehende Bild des DWV:
Entscheidend für eine Massenvermehrung des DVW im Bienenvolk ist die Gegenwart der Varroamilbe. Bei einer natürlichen Abnahme der Varroamilbe vermindert sich auch das DWV. Das Virus kann sich in der Varroa vermehren, und es scheint, dass dieser Prozess der Vermehrung in den Bienen vorausgeht. Die Schäden, die stark vermilbte Völker davontragen, sind im Schwerpunkt Virenschäden. In Ausnahmesituationen gibt es Völker mit viel Milbenfall ohne entsprechende Virenvermehrung.
Mehr dazu in Virenforschung 08 (PDF 1.2MB) |