Der Bienenbaum von Angenstein
Die riesige Thuja in einem parkähnlichen Garten ist gesundheitlich angeschlagen. In seinem Innern jedoch da lebt ein Bienenvolk. Seit zehn Jahren beobachte ich den Baum und
seine Bienen. In dieser Zeit hat das Baumvolk drei Mal überlebt, jeweils nach guten Waldtrachtjahren 94, 95 sowie 2001, doch der Baum bleibt nie unbewohnt. Das Ende eines Bienenvolkes kommt meist
erst im Monat März und die Aufzeichnungen zeigen, dass der Baum frühestens am 10. April und spätestens am 13. Mai wiederbesiedelt wurde. So genaue Angaben kann ich machen, weil die alte Bäuerin vom
Hof Angenstein mir jeden Schwarmeinzug meldet.

Warum muss da immer ein Bienenvolk sein und warum wird jeweils der erste Schwarm von diesem Baum angezogen. Der amerikanische Bienenforscher Thomas Sealey hat in seiner Dissertation
das Verhalten von freifliegenden Schwärmen untersucht und dabei folgende sechs bevorzugten Eigenschaften herausgearbeitet. Bienen bevorzugen Fluglöcher die 2 Meter und mehr über Boden sind mit einer
Öffnung von unter 50 cm2. Weiter wird eine Fluglochposition am Boden des Hohlraumes und eine Ausrichtung gegen Süden bevorzugt. Beim Rauminhalt der Behausung sind die Bienen nicht wählerisch,
zwischen 10 und 100 Litern werden gerne besiedelt, sie schätzen es allerdings wenn die Wohnung schon mit Waben möbliert ist. Diese Eigenschaften treffen beim Bienenbaum zu, der Rauminhalt lässt sich
jedoch nicht so einfach überprüfen. Waben bleiben jedoch ohne Zweifel erhalten, denn die Wachsmotte kann in der kühlen Frühlingszeit bis zur Wiederbesiedelung ihrer Pflicht nicht nachkommen. Wie die
Bienen in diesem Fall mit ihrem Bautrieb und der Bauerneuerung umgehen das wäre interessant zu beobachten.
Angeregt durch den Bienenbaum und die Unterlagen von Sealey begann ich zu experimentieren mit Kasten, die ich bei meinen Bienenständen in die Bäume hängte um freifliegende Schwärme
zum einziehen zu bewegen. Das funktioniert recht gut wenn man einen weiteren Faktor miteinschliesst: Die Erdstrahlung. Strahlung konnte oder wollte Thomas Sealey nicht bearbeiten. Wie wir wissen sind
Bienen strahlungsliebende Tiere, und bei freier Wahl kommt dies verstärkt zum tragen, ein strahlungasktiver Siedlungsort wird bevorzugt. Radiästhetisch geschulte Freunde haben den Standort des
Bienenbaumes untersucht und ihn gemäss ihren Fachbegriffen eingeordnet. Strahlungszonen kann man ohne Fachwissen mit etwas übung über die körperliche Beobachtung wahrnehmen. Denn die
Erdstrahlen bewirken eine erhöhte Körperaktivität mit verstärktem Herzschlag oder wie ich das nenne einen kleinen körperlichen Stress. Diese Selbstbeobachtung macht im übrigen auch klar warum der
Ruheplatz des Menschen strahlungsfrei sein sollten. Für die imkerliche Wachheit ist es jedoch ein Vorteil, wenn man sich diese Wahrnehmung erübt, für mich war nicht zuletzt der Bienenbaum ein Eich-
oder Ausgangspunkt für diese Art von Beobachtungen.
An acht verschiedenen Orten habe ich mit den am Baumstamm befestigten Experimentierkasten begonnen. Jetzt habe ich nur noch drei, die alle auf deutlichen Strahlungsfeldern stehen.
Diese drei Kasten liefern im Schnitt pro Jahr fünf Schwärme, das heisst einzelne Kasten werden nach dem umlogieren ein zweites Mal besiedelt.
Bei meinem Heimstand waren letztes Jahr vier Altvölker, die ich nicht aufsetzte um sie frühzeitig zum Schwärmen zu bringen. Der erste Schwarm hing so niedrig, dass ich die
Diskussion der Bienen über die Standortwahl beobachten konnte. Mit dem Schwänzeltanz auf der Bienentraube besprechen sie die Möglichkeiten. Den Fangkasten bei meinem Haus 150 m Richtung Norden
entdeckte ich als ersten Vorschlag. Doch da war noch ein Gegenvorschlag: Richtung Süden deutlich weiter weg. Er wurde von vielen Tänzerinnen bevorzugt. Was konnte denn das für ein Platz sein? Ich
überlegte was denn im Süden liegt........der Bienenbaum! Sicher 1 km weg, aber offensichtlich attraktiver, ich hab daraufhin in ganz undemokatischer Weise den Schwarm eingefangen. Fünf Tage später
hing ein weiterer Schwarm an meinem Hiemplatz unerreichbar in der Höhe, ich musste ihn ziehen lassen und ich liess ihn auch gerne ziehen, denn....... Meine Beobachterin meldete mir tags darauf den
Schwarmeinzug beim Bienenbaum.
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